Disgitalisierung im Unternehmen

Ein Schreibfehler im Wort Disgitalisierung? Auf keinen Fall!

Es bedarf einer Auftrennung existierender Strukturen in jedem Bereich, sonst schaffen wir die Digitalisierung nicht!!!

Die Welt spricht von der Digitalisierung der Wirtschaft, der Gesellschaft, des Planeten. Unternehmen setzen voll auf die Informationstechnologie (IT) und man erhofft sich ganz neue Innovationen durch die effiziente und effektive Nutzung von IT zu generieren. Es werden neue Stellen geschaffen, Prozesse werden digitalisiert und die Einbindung des Endanwenders wird in Methoden und Vorgehensweisen nicht nur vorgesehen, sondern in deren Anwendung auch umgesetzt.

Teams werden neu strukturiert. Interdisziplinarität ist das Schlüsselwort. Querdenken vielleicht die Lösung. Die Unternehmen suchen mit allem Nachdruck Menschen, die sich zwischen den Disziplinen bewegen und trotzdem Experten in mindestens einem Gebiet sind. Neue Stellen werden geschaffen: Der Internet of Things Expert, die Beraterin für digitale Transformation, der User Experience Designer, etc.

Die Forderungen der verschiedenen Mitarbeitertypen im Unternehmen werden definiert und erfasst: Home Office, Elternzeit, im Team arbeiten, gutes Arbeitsklima, viel Gehalt. Die Mitarbeiter als auch die Kunden werden kategorisiert: Generation X, Y, Z, die „Inbetweens“, die „Afterwards“ und die „Still to Comes“ fehlen noch, kommen aber bestimmt.

3 Idealtypen von Mitarbeitern

Glaubt man unterschiedlichen Studien, so gibt es in jeder Generation bestimmte Mitarbeiter-Typen. Kienbaum bspw. stützt sich hier auf eine Idealtypenbildung, die Meredith Belbin schon 1993 vorgenommen hat. Belbin unterscheidet:

  • Handlungsorientierte (Perfektionisten, Umsetzer und Macher),
  • Wissensorientierte (Beobachter, Spezialisten und Erfinder) und
  • Kommunikationsorientierte (Koordinator, Teamarbeiter und Weichensteller).

Wieder andere Studien identifizieren 8 Idealtypen usw..

Parallel dazu findet, wie bereits erwähnt, eine Verlagerung des Fokus in der Entwicklung statt. Der Endanwender soll bei der Gestaltung der nächsten Produktgeneration mitwirken. Customer Engagement Management und Customer Expectation Management sind die Zukunftsbereich: Wie binde ich meinen Kunden in das Unternehmen ein? Sinnvoll, effektiv, am besten so, dass er sich abgeholt fühlt, wenn er meine neuen Innovationen vorantreibt. Auch hier braucht es wieder Experten wie den Customer Engagement Manager, schaffen das die Arbeitnehmer überhaupt noch und wer denkt an die CIOs, die die vielen Experten verstehen und führen sollen.

Erfolgreiche Digitalisierung bedarf Disgitalisierung

Nur ein Entzerren der bisherigen Strukturen erlaubt eine erfolgreiche Digitalisierung im Unternehmen. Dies bedeutet auch, dass der CIO Posten evtl. durch (einen) andere(n) Experten ersetzt werden muss (wurde bereits hier diskutiert). Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und behaupte, dass die Ein-Mann-Strategie im Zeitalter der digitalen Transformation nicht ausreichend ist, auch wenn es qualitätsmanagementkonform einen Stellvertreter für den einen Mann/ die eine Frau gibt. Dies ist nicht mehr ausreichend. Es bedarf zweier wenn nicht sogar dreier Personen, die eine Position im Unternehmen einnehmen. Dieses Mikro-Team muss exzellent organisiert und ständig auf dem gleichen Wissenstand sein (sich blind verstehen). Die einzelnen Teammitglieder benötigen unterschiedliche Kompetenzfelder, besitzen aber eine gemeinsame Sprache, um sich untereinander zu verständigen. Nur so, sind wir der Informationsflut, der steigenden Komplexität der Herausforderungen und den geforderten Fähigkeit zur „Bilokation“ gewachsen.

An den Schnittstellen wird es spannend

Darüber hinaus können diese Mikro-Teams Innovationen schneller entwickeln, bewerten und umsetzen, da die gemeinsame Sprache bereits vorhanden ist. Diese besonderen Mitarbeiter/innen im Unternehmen zu identifizieren und zu einem Team zu formensowie aus den bisherigen Strukturen herauszulösen, wird die wesentliche Herausforderung sein, um die Digitalisierung zu realisieren.

Leider kenne ich kaum CIO-Teams oder Abteilungsleiter-Teams. Meist hat dies auch eine rechtliche Grundlage, doch auch hier können Strukturen aufgebrochen werden. Die Teams, die in den Unternehmen existieren, besitzen meist auf die Teammitglieder kompetenzbasiert zugeschnittene individuelle Aufgaben. Selten verfolgen die Mitglieder in einem Team die gleiche Aufgaben und können sich so selbst organisieren und die Rolle entsprechend ausleben.

Ich werde das weiter beobachten. Vielleicht denken Digital Change Manager schon über solche Dinge nach. Würde mich über deren Kommentare freuen.

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