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(Home) Office = (Re) aktive Zeit

Eine Ungleichung aufgrund der Klammersetzung. Ich bitte hiermit alle Mathematiker um Entschuldigung. Was zu beweisen wäre, ist folgende Gleichung: Home Office = aktive Zeit. Schon mal darüber nachgedacht, dass die Zeit am Arbeitsplatz meist eine reaktive Zeit ist. Es wird auf Termine, Telefonate, Emails, Besprechungen reagiert. Diese reaktive Zeit ist gefährlich, weil am Ende des Tages das Gefühl entstehen kann, dass man nichts erreicht/getan hat. Das Gegenteil ist die aktive Zeit, die viele inzwischen im Home Office erleben. Bei vielen Menschen auch die Reisezeit, in welcher gearbeitet wird. Es werden Texte geschrieben, Kalkulationen erstellt, Angebote verfasst, etc., weil keine Störungen vorhanden sind.

Ich habe in einem Blog vor einigen Tagen gelesen, wie eine Regel des Starkochs Anthony Bourdain auf effiziente Office-Arbeit adaptiert werden kann (http://www.businessinsider.com/this-10-minute-chefs-ritual-is-the-perfect-way-to-start-the-day-2014-6). Köche besitzen den Ausdruck „Mise en place“ oder auch „meez“ abgekürzt, was so viel bedeutet wie: alles muss geordnet sein und ich muss wissen, wo alles steht. Dies kann aber auch derart verstanden werden, dass ein Projekt effizient vorbereitet werden muss. Im Office soll man seinen Tag also mit einer Vorbereitung beginnen. Entsprechend ist es schlecht, wenn meine erste Aktion eine Reaktion auf Emails oder Telefonate des Vortages ist. Dann reagiere ich nur. Eigentlich sollte ich agieren. Der Blog beschreibt das „meez“ in der Office-Arbeit das Erstellen einer To-Do-Liste am Morgen und dem Rekapitulieren des Getanen am Abend ist. Dies kann die Performance um 22,8% steigern(http://www.businessinsider.com/this-15-minute-activity-will-make-you-more-successful-at-work-2014-5).

Ich denke, eine abgeänderte Form ist noch effizienter: Ich bereite meine Aufgabenliste am Abend vorher vor. Dies ist dann auch zeitgleich die Rekapitulation des Tages. Nicht erledigte Aufgaben des Tages werden mit höherer Priorität auf den nächsten Tag verschoben. So kann ich auch exakt feststellen, wenn gewissen Aufgaben am Tag länger gedauert haben. So kann ich meine Planung ebenfalls anpassen. Auch das wirkt Wunder [1]. Den Vormittag bzw. die ersten beiden Stunden des Tages vebringe ich mit Generierung von Inhalt bzw. Aufgaben, die ich konzentriert erledigen muss und bei welchen ich nicht gestört werden sollte. Intellektuell anspruchsvolle Aufgaben sollten daher auf den Beginn des Tages gelegt werden. Mails sollten in dieser Zeit gar nicht erst angeschaut werden. Entsprechend startet mein „meez“ bereits am Abend vorher.
Wie das wohl bei anderen ist?

[1] Vanderkam, Laura: What the Most Successful People Do at Work: A Short Guide to Making Over Your Career, Portfolio, 2013

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