Jeder sammelt Daten mit einem Mehrwert für jeden

Lange war ich nicht mehr aktiv, das muss sich jetzt ändern. Daher mal ein bisschen über die Datensammelwut von Unternehmen nachgedacht.

Ein aktueller Artikel auf heise.de [1] geht auf eine Studie des Wiener Forschungsinstituts Cracked Labs ein, in der die Datensammelwut verschiedener Unternehmen thematisiert wird. Es wird vor allem darauf eingegangen, in welcher Form Unternehmen mittels Data Mining Algorithmen sehr schnell für sich Mehrwert aus den analysierten Daten generieren können. Beispielsweise wurde aus dem Kaufverhalten von Schwangeren deren Geburtstermin bestimmt. Auch auf das plattformübergreifende Datensammeln wird im Artikel eingegangen und in diesem Zusammenhang auf die Schwächen der Wearables und Smartphones eingegangen. Schlussendlich schließt die Studie mit einem Ausblick auf die Transformation hin zur Überwachungsgesellschaft.
Leider wird nicht darauf eingegangen, dass die reine Sammlung der Daten für das Individuum auch einen Mehrwert bieten könnten. Beispielsweise können Gesundheitsdaten, die über mehrere Jahre erfasst werden, Aufschluss über Krankheitsentwicklungen geben. Oder stellen Sie sich vor, man könnte auf Basis gesammelter Daten über das Schlafverhalten eines Menschen dessen psychische Probleme besser therapieren. Diese Sicht auf die Datensammelwut fehlte leider im Artikel. Meiner Meinung geht es vielmehr darum, wer diese Daten besitzt und damit arbeiten darf. Da es jede Menge Unternehmen gibt, die Dienstleistungen kostenlos bzw. gegen persönliche Daten des Nutzers anbieten, sollte man eher die Frage stellen, warum wurde noch keine Datenwährung erfunden? Die Möglichkeit meine Daten zu bewerten und als Währung einzusetzen. In diesem Falle wäre natürlich auch eine Kategorisierung oder Gewichtung meiner Daten auf Basis der Sensibilität wichtig.

Ein Beispiel: Die Kombination Vorname + Nachname ist schon sehr viel wert, wird aber noch die Verknüpfung mit der Adresse dazu genommen, dann wird es sehr viel interessanter. Hier bedarf es längerfristig auf jeden Fall unterschiedlicher Modelle, die eine Form der Datenwährung schaffen. Vielleicht bezahlen wir dann in Zukunft eine Google-Suchanfrage mit der Information, was wir zum Frühstück hatten.

Ich werde da auf jeden Fall dranbleiben und weiter darüber nachdenken.

[1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Was-sich-aus-den-Datenspuren-der-Internetnutzer-schliessen-laesst-2450469.html

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